IM SOG DES VAKUUMS
Die vorliegende fotografische Arbeit, ist eine visuelle Auseinandersetzung mit den metaphysischen Dimensionen der Existenz. Im Zentrum der abstrakten Bilder steht das Konzept des Vakuums – nicht als bloße Abwesenheit von Materie, sondern als ein mächtiger, gestaltender Raum der Leere. Die Arbeiten thematisieren die dualistischen Kräfte von Anziehung und Entzug. Sie erforschen jene unsichtbaren, fast schmerzhaften Sogwirkungen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen, während sie gleichzeitig das Gefühl des Verlusts, des Entzugs von Greifbarem evozieren. 
Diese Spannung wird durch eine abstrahierende Bildsprache ausgelöst. Sie entzieht sich den traditionellen Formen, um den Fokus auf das Ungesehene zu lenken. Ein zentrales Motiv ist die Grenzüberschreitung - sichtbar gemacht durch Horizontlinien, die es zu überwinden gilt oder durch ein Eintauchen in eine Uferlosigkeit. Sie verweisen auf den physikalischen wie philosophischen Ereignishorizont. Hinter den Abgrenzungen ist oft Dunkelheit oder Licht zu sehen - zwei Aspekte derselben Sache, die ursprünglichste Differenzierung aller Differenzierungen. Die Verschmelzung beider Eigenschaften bewirkt deren Auslöschung. 
Die Fotografien dienen als Leitsysteme zu einem Punkt der Sehnsucht. Die uns vertraute Realität verliert ihre Gültigkeit. Eine Schwelle zum Transzendenten wird überschritten. Das Ziel ist ein Vakuum, ein Anziehungs- und Quellpunkt gleichzeitig. Oder ist es ein Durchgang? 
In ihrer Gesamtheit ermöglichen die Fotografien eine Annäherung an die Metaphysik – eine Suche nach dem, was jenseits der bekannten physischen Welt liegt. Die abstrakte Ästhetik zwingt den Betrachter, sich von vordefinierten Vorstellungen zu lösen und sich der reinen Erfahrung von Raum und existentieller Tiefe hinzugeben. Es ist eine Meditation über das Nichts, das alles in sich trägt.

Hermann Präg, 2026

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